Tim von Veh „Schauplatz der Eitelkeiten“

Quelle: zeitzonline.de
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25. Oktober 2019 / 16:00 / Museum Schloss Moritzburg

Text und Foto: Museum Schloss Moritzburg

Präsentation des Kunstwerkes im des Festsaal Museum Schloss Moritzburg Zeitz.

Schon einige Wochen ist die Bühne für hohe Herrschaften bereitet, die ihren Auftritt im Festsaal von Schloss Moritzburg bekommen: Erschaffen hat es der Künstler Tim von Veh.

Er hat die Herzöge von Sachsen-Zeitz, nebst ihren Gattinnen, mehreren ihrer Kinder und maßgebenden historischen Persönlichkeiten der Zeitzer Residenzzeit in Lebensgröße auf einen Sockel gestellt, links und rechts neben der Eingangstür an der Nordwand des Großen Tafelgemachs im Schloss.
Das gesamte Kunstwerk ist eine direkt auf die Wand gebrachte Collage sehr vieler einzelner Radierungen, von originalen Handpressendrucken, in einer Gesamtlänge von etwa 12 Metern und einer Höhe von etwa 3 Metern.
So etwas gibt es nach unserem Wissen nicht noch einmal.

Die Arbeit ist denkmalgerecht ausgeführt und wurde von der Behörde nicht nur genehmigt sondern auch mit Lob bedacht.
Aber es wurden nicht nur Geld und Genehmigungen gebraucht, sondern auch die Idee und der Mut der Museumsleitung – konkret die Initiative von Kristin Otto und Ursula Rittig.
Ursula Rittig schreibt in ihrer Begründung für die Beauftragung:

„Mit Tim von Veh konnten wir einen versierten Künstler gewinnen, dessen Affinität zum Barock aus jeder seiner großformatigen Druckgrafiken spricht. Kunstwerke aus seiner Hand befinden sich unter anderen in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und im Fundus der Kulturstiftung Sachsen… Beabsichtigt ist ein Referenzobjekt, …, das über regionale Grenzen hinaus, für Auftraggeber (die Stadt Zeitz mit der Moritzburg) und Künstler wirbt.“

Von Veh beherrscht die barocke Sprache beim Zeichnen, beim Radieren, also beim Ritzen in den Ätzgrund auf der Kupfer-oder Zinkplatte, bei der „Nadelarbeit“, wie er sagt. Feine Linien beschreiben Gesichter, Gesten und Haltungen genau, aber auch gemusterte Stoffe, Perücken, Schmuck, Schleifen oder Spangen auf den Schuhen. Der Reiz der schwarz gedruckten Linie im Kupferstich oder der Radierung war auch im Zeitalter des Barock höchst beliebt. Die Darstellung von insgesamt 17 historischen Personen – eine unglaublich aufwendige Arbeit in der Recherche, dem Entwurf und der Ausführung. Schließlich hat Veh hunderte Einzelteile radiert, geätzt und auf Maulbeerbaumpapier mit einer großen Tiefdruckpresse in seinem Atelier in Muschwitz gedruckt.
Erst auf der Wand fügen sie sich zu einem großen, einmaligen und heutigen Bild von der Vergangenheit hier in der Zeitzer Residenz zusammen, erzählen auch von der Eitelkeit alles Irdischen, vom Vergänglichen, was allem innewohnt.

Die illustre adelige Gesellschaft wird im nächsten Jahr noch erweitert: Der Kanzler Veit Ludwig von Seckendorff, der Hofkapellmeister Heinrich Schütz und August Hermann Francke werden dann vor dem Podest stehen, Aug in Auge mit ihren Betrachtern.

Die ursprünglich im Saal angebrachten Staatsporträts wurden mit dem Ende der Zeitzer Herzogslinie entfernt. Die nun mit künstlerisch höchstem Anspruch gestaltete Nordwand des Tafelgemachs stellt ein neues Glanzlicht dar, das seine Entstehung im neuen Jahrtausend nicht verschleiert.

 

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